Veranstaltung: | Mitgliederversammlung GRÜNE Dresden |
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Tagesordnungspunkt: | C.6. Vorstellung der Bewerber*innen und Wahl der/des Direktkandidat*in Wahlkreis 159 |
Antragsteller*in: | Merle Spellerberg (KV Dresden) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 27.11.2024, 19:54 |
A20: Merle Spellerberg
Selbstvorstellung
Liebe Freund:innen,
als ich 2021 in den Bundestag gewählt wurde, konnte ich nicht ahnen, wie turbulent und herausfordernd die kommenden Jahre sein würden. Ein Krieg mitten in Europa, eskalierende Konflikte in Nahost und weltweit, ein beängstigender Rechtsruck – diese Entwicklungen prägen nicht nur unsere Zeit, sondern fordern uns als Partei heraus, unsere Verantwortung wahrzunehmen und unsere Werte zu verteidigen.
Das Erleben von Krise ist auch hier vor Ort angekommen, das haben wir an diversen Wahlkampfständen dieses Jahr deutlich gespiegelt bekommen. Und auch in meinen Gesprächen mit Bürger:innen im Wahlkreis wird immer wieder sichtbar: Menschen sorgen sich um ihre Sicherheit, sie spüren aber auch in ihrem Geldbeutel, dass sich etwas verändert hat. Trotz Fachkräftemangel sind in der Rezession Jobs nicht sicher, die lange sicher waren. Das macht etwas mit den Menschen, egal ob in Löbtau, der Dresdner Neustadt, Wachau oder in Radeberg. Und natürlich macht das auch etwas mit uns Bündnisgrünen, wenn wir die Auseinandersetzung trotzdem führen oder den Hass direkt abbekommen.
Trotz all dieser Krisen und Herausforderungen habe ich in den letzten drei Jahren jeden Tag gespürt, wie wichtig es ist, dass wir Bündnisgrünen Verantwortung tragen – für den Klimaschutz, für soziale Gerechtigkeit und für eine demokratische, offene Gesellschaft. Auch wenn die Ampel-Koalition nicht mehr besteht, braucht es jetzt Mut und Entschlossenheit, den Weg für eine Zukunft zu ebnen, die von Solidarität, ökologischer Verantwortung und globaler Zusammenarbeit geprägt ist. Lasst uns zusammen dafür kämpfen, dass die nächsten Jahre in Sachsen und in Dresden nicht von Angst, sondern von Hoffnung geprägt werden.
Für unsere lebendige Demokratie. Für Dresden. Für den Landkreis Bautzen.
Dresden ist für mich weit mehr als nur ein Wahlkreis – es ist mein Zuhause. Hier habe ich studiert, meinen Mann kennengelernt und mit ihm eine Familie gegründet. Mein Sohn wächst hier auf und es ist mir ein Herzensanliegen, dafür zu sorgen, dass diese Stadt für alle ein gutes Zuhause sein kann. Ob es um bezahlbare Mieten, eine starke Kulturszene oder die Förderung sozialer Projekte geht – ich möchte, dass niemand aus Dresden oder seiner Umgebung verdrängt wird, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund von Diskriminierung.
Gerade in Zeiten knapper Kassen auf allen Ebenen will ich hierfür Verantwortung übernehmen: In Dresden kämpfen wir mit drastischen Haushaltskürzungen, erst letzte Woche haben Tausende dagegen demonstriert. Betroffen sind Kitas, Streetwork-Projekte wie die (apo)THEKE Safer Nightlife Dresden, die mobile Jugendarbeit zur Suchtprävention anbieten, oder Frauenschutzhäuser, wie das in Bautzen, mit denen ich in meiner Arbeit in engem Austausch war. Darum ist mir zum Beispiel sehr wichtig, dass das Gewalthilfegesetz der Bundesfamilienministerin noch in dieser Wahlperiode beschlossen wird. Beim Europäischen Zentrum der Künste Hellerau setze ich mich dafür ein, die drohenden Kürzungen der Bundesmittel abzuwenden.
Mein Wahlkreis, der Dresdner Norden, Westen und Teile des Landkreises Bautzen, ist vielfältig: urbane Viertel, die von Studierenden und der Kreativszene geprägt sind, und ländliche Regionen, die an die Kernregion des Strukturwandels reichen. Ich weiß, dass uns der Wind in manchen Gegenden ins Gesicht weht, aber genau dort möchte ich mit euch präsent sein. Auch deshalb bringe ich beim kommenden Landesparteitag mit einigen anderen Frauen einen Antrag zum feministischen Strukturwandel ein. Es geht darum, soziale Gerechtigkeit für alle zu stärken und dafür zu sorgen, dass keine:r in der Region zurückgelassen wird. Für eine starke Demokratie, die sich gegen Hass und Ausgrenzung behauptet.
Frieden. Freiheit. Feminismus.
Es macht mir Sorgen, wie weltweit autoritäre Strömungen versuchen, Fortschritte bei Frauenrechten und Gleichstellung zurückzudrängen. Die Wiederwahl von Donald Trump in den USA macht deutlich, wie schnell gesellschaftliche Errungenschaften in Gefahr geraten können. Ein Blick nach Polen oder Georgien aber auch zu uns nach Sachsen zeigt, wie sehr queere Menschen Feindbild der extrem Rechten sind. Wenn CSDs wie in Bautzen nur unter massivem Polizeiaufgebot stattfinden können, ist das demokratiegefährdend! Wenn Rechtspopulisten versuchen, Themen wie reproduktive Rechte und den Schutz von Minderheiten zu instrumentalisieren, um Ressentiments zu schüren, ist es unsere Aufgabe, diesem Trend entschlossen entgegenzutreten – mit klarer Haltung und mutigen Konzepten. Für Sachsen, Europa und weltweit gilt gleichermaßen: Frieden ohne Freiheit ist unvollkommen.
Wir stehen vor einer richtungsweisenden Bundestagswahl. Es geht darum, die Klimakatastrophe aufzuhalten. Es geht darum, die extreme Rechte wieder zurückzudrängen. Es geht darum, Frieden zu schaffen – draußen in der Welt und zuhause in Sachsen. Dafür trete ich an. Mein Ziel ist es, unsere lebendige Demokratie zu stärken, eine laute Stimme für zivilgesellschaftliche Projekte in Sachsen zu sein und gleichzeitig die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die sonst oft nicht gehört werden.
Jetzt erst recht: Verantwortung übernehmen.
In den letzten drei Jahren habe ich erlebt, wie wichtig es ist, wer unsere Politik gestaltet – in der Außen- und Sicherheitspolitik, im Strukturwandel und im Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir diese Themen mutig anpacken. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Bündnisgrüne gebraucht werden, um diesen Herausforderungen mit Entschlossenheit und Zuversicht zu begegnen.
In meiner politischen Arbeit und im gemeinsamen Miteinander sind mir Verbindlichkeit, Empathie und Differenziertheit wichtig. Diese Werte wünsche ich mir von anderen ebenso wie ich mich selber daran messen lassen möchte. Durch die sich überschlagenden Ereignisse der letzten Jahre wurde ich als junge Abgeordnete schnell ins kalte Wasser geschmissen. Dadurch konnte und musste ich schnell lernen, was es heißt, Abgeordnete zu sein und etwa zu entscheiden, welche Kämpfe es wert sind, bestritten zu werden und wann die eigene Energie andernorts besser aufgehoben ist. Neben meinen Überzeugungen und Idealen, für die ihr mich 2021 in den Bundestag gewählt habt, bringe ich nun drei Jahre Erfahrung aus außenpolitisch krisengeprägten Zeiten und der Arbeit in einer Regierungsfraktion mit – eine Kombination aus Haltung und praktischer Expertise, die ich weiterhin für unsere gemeinsamen Ziele in Dresden, in Sachsen und auf Bundesebene einbringen möchte.
Ich bin Merle, ich bin Außen- und Sicherheitspolitikerin, Feministin und Antifaschistin. Ich bin Dresdnerin, Wahlsächsin und Mutter. Ich kandidiere wieder für den Wahlkreis 159 Dresden II-Bautzen II und bitte euch um euer Vertrauen und eure Unterstützung, damit ich diesen Weg weitergehen und mit euch zusammen für eine starke, gerechte und solidarische Gesellschaft kämpfen kann. Gemeinsam können wir zeigen, dass eine andere Politik möglich ist – eine Politik, die Hoffnung statt Angst macht, die Sicherheit und Gerechtigkeit verbindet und die eine Zukunft für alle schafft.
Eure Merle
IN DER PARTEI
· Mitglied seit 2017
· seit 2021 Delegierte der Bundestagsfraktion in die BAG Frieden & Internationales
· 2021 Listenplatz 3 zur Bundestagswahl in Sachsen
· 2021 Votum des KV Dresden zur Bundestagswahl
· 2021 Votum der GJ Sachsen zur Bundestagswahl
· 2020-2022 Delegierte im Bundesfrauenrat
· 2019-2021 Delegierte zum Rat der Europäischen Grünen Partei
· 2019-2021 Sprecherin der Grünen Jugend Sachsen
· 2018-2021 Delegierte der GJ in die BAG Wirtschaft & Finanzen
IM PARLAMENT
· Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Verteidigungsausschuss
· Obfrau im Unterausschuss für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung
· stellvertretendes Mitglied in der Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands“
· Mitglied in der Parlamentarischen Versammlung der NATO
ÜBER MICH
· 28 Jahre
· Studium VWL/Völkerrecht/Internationale Beziehungen an der TU Dresden
· 1 Kind
- Alter:
- 28